Verstärkt wird dies durch die Netzhautträgheit, die bewirkt, daß ein Bildeindruck auch nach der Lichteinwirkung noch für den Bruchteil einer Sekunde bestehen bleibt (Persistenz der Wahrnehmung).(11) Angeregt durch diese Erkenntnisse waren im 19. Jahrhundert verschiedene, vor allem über den Spielzeughandel vertriebene, Vorrichtungen sehr beliebt, die die beiden Effekte hervorriefen.
Hierzu zählt das Thaumatrop, eine Scheibe mit unterschiedlichen Darstellungen auf Vorder- und Rückseite, die durch schnelle Drehungen der Scheibe aufgrund des Nachbildphänomens zu einer Abbildung verschmelzen. Weitere für die Filmgeschichte sehr wichtige Vorrichtungen sind das Lebensrad (Stroboskop), die Wundertrommel (Zoetrop), das Praxinoskop, sowie das Abblätterbuch ("Daumenkino") und dessen Weiterentwicklung, das Mutoskop.
Ohne an dieser Stelle auf die genauen Unterschiede einzugehen, läßt sich als Gemeinsamkeit das Hervorrufen des stroboskopischen Effekts nennen, in dem eine Reihe Einzelbilder von Bewegungsphasen zumeist durch eine schnelle Rotation der Vorrichtung als ein zusammenhängender Bewegungsablauf wahrgenommen wird.(12)