Einen wesentlichen Schritt unternahm Emile Reynaud, der in seinem Optischen Theater ab 1892 eine Kombination von festem Hintergrundbild und beweglichem Filmband projizierte.
Diese Filmstreifen bestanden aus Gelatinefolie mit bis zu 700 kolorierten Bildern von kurzen Handlungen, und wurden, bereits mit Perforationslöchern versehen, über ein Rollensystem geführt. Reynauds regelmäßige Vorführungen gegen Eintrittsgeld wurden von Musik begleitet und hatten technisch und atmosphärisch schon fast alles von heutigen Filmvorführungen.
Da Reynaud aber aus künstlerischen Gründen an seinen Zeichnungen festhielt, mußte er im Jahr 1900 sein Unternehmen einstellen.(20)
Als letzter Vorläufer der Kinematographie sei das Kinetoskop genannt, das von Thomas Alva Edison und William K.L. Dickson zu Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Als Bildträger wurde ein Zelluloidfilm auf Basis des von der Eastman-Kodak-Company vertriebenen Rollfilms verwendet. Dieser 1,5 Zoll breite Bildstreifen mit je zwei Perforationslöchern auf beiden Seiten jedes Bildes war bereits die Grundlage für das noch heute übliche 35 mm-Format.
Das Kinetoskop war mit einer Linse ausgestattet, durch die jeweils nur ein Betrachter durch den Einwurf einer Münze einen zunächst manuell, später elektrisch angetriebenen Film mit ungefähr 40 Bildern pro Sekunde betrachten konnte.